Grundschule Drnau - Gammelshausen

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Aus dem Schulalltag

Schulfest 2019

Echte Freunde oder Forge of Empires – das ist hier die Frage!
 
Welche Folgen es haben kann, wenn man sich nicht um seine Freunde und Freundinnen kümmert, das zeigten uns die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Dürnau – Gammelshausen am 18. Juli 2019.
Man hatte zum Schulfest eingeladen.
Die Gäste, darunter Bürgermeister Herr Wagner, Dürnau und Bürgermeister Herr Kohl, Gammelshausen, sowie Frau Bär, die ehemalige Schulleiterin waren der Einladung gefolgt und hatten die Kornberghalle in Dürnau bis auf den letzten Platz besetzt. Zunächst begrüßte Frau Dr. Ekler, die Schulleiterin. Sichtlich beeindruckt von dem hohen Engagement ihrer Schulgemeinschaft, die sie in den zurückliegenden Wochen beim Proben, Singen, Nähen und Vorbereiten beobachten konnte, kündigte Frau Dr. Ekler gute Unterhaltung und ein fröhliches Fest an.
UND – sie sollte Recht behalten!
Erst zogen die Schulkinder mit ihren Lehrerinnen ein, um sich auf der Bühne zu einem großen Schulchor zu formieren. Mit ihnen schwappte die Aufregung in den Saal.
„Kommt herein! Seid hier Gast!“ – das 1. Stück war Lied und Geste zugleich. Mit dem 2. Lied „Sommerzeit…und auf einmal ist es soweit“, gelang es der Schülerschar, die fröhliche Stimmung, mitten unter uns in den Zuschauerraum hinein zu transportieren. Dirigiert wurde der Bühnenchor von Bettina Steinbacher, der Leiterin der Chor-AG. Auf dem Klavier begleitete Miriam Springhoff, die ev. Religionslehrerin und Pfarrerin von Dürnau-Gammelshausen.
Danach schloss sich die Theateraufführung an. Claudia Leier, Lehrerkollegin und Leiterin der Theater-AG hatte das Stück „Komm schon, Lotta“ speziell für diesen Tag und unsere Schule geschrieben. Es kam einem vor als habe sie den Kindern über die Schulter geschaut und von den Lippen gelesen. So nah dran waren Text und Umsetzung am Alltag der Schüler und Schülerinnen. Und, wenn man so recht bedachte, dann konnten wir Erwachsene uns ebenfalls in den gestellten Szenen wiederfinden. Mit Mama und Tante Elke saßen wir am Tisch auf der Bühne und hielten Kaffeeklatsch. Trefflich dargestellt von den „echten“ Schwestern Marleen und Jasmin.
Es ging dabei um das Computerspiel „Forge of Empires“. Und, es ging um Lotta, die UNBEDINGT Forge-Punkte sammeln wollte. Aber, eigentlich ging es um mehr! Es ging darum, wie sich „Forge of Empires“ in das Leben von Lotta schlich, und wie es das Mädchen veränderte.
Zunächst wird Lotta in ihrem Spiel auf der Konsole in die Steinzeit entführt. Ganz plötzlich verwischen Spiel und Wirklichkeit mit Fantasie.
„Ach, du dickes Dino-Ei!“ Lotta ist mittendrin. Wilma und Betty Feuerstein bereiten sich gerade vor auf den Besuch des Rockkonzertes am Drachenfelsen. Die Rolling Stoneys sind angekündigt. Lotta ist schwuppdiwupp Teil der Steinzeitgeschichte und wird von Fred und Barney kurzerhand als Micky Jaggy gebucht. Die Pläne der beiden Männer decken sich nicht wirklich mit denen ihrer „Mammutherzchen-und Keulenspitzchen“-Frauen. Wilma und Betty stellen sich vor, dass sie in männlicher Begleitung auf das bevorstehende Konzert gehen werden. Stattdessen entwickeln Fred und Co. eine Strategie wie sie die gegnerische Mammuthornbowler bei der Bowlingmeisterschaft doch noch herausfordern wollen. Kurzum wird Lotta die Lösung des Problems und muss in ihrer, den Steinzeitmenschen lächerlich erscheinenden, Kleidung den Rockstar abgeben und ein Privatkonzert absolvieren. Da wippen die Fußspitzen der erwachsenen Zuschauer und Zuschauerinnen als „Satisfaction“ eingespielt wird und die Steinzeitfamilie zu Lottas wildem Gitarrenspiel auf der Bühne tanzt.
Unsanft landet Lotta auf dem Boden der Tatsachen. Es war doch gefühlt alles so echt gewesen!? Und, nun saß sie wieder zu Hause auf ihrem Sofa.
Jedoch als Lottas zwei Freundinnen vorbei kommen, um sie zum Spielen nach draußen abzuholen, ist das Mädchen bereits wieder in seinem Computerspiel abgetaucht. Sophia und Leonie teilen sich den Job der Hauptdarstellerin. Beide spielen mit Bravour.
Diesmal landet Lotta im Mittelalter. Sie atmet die Luft des Sherwood Forest ein und hat sogleich zwei Wachen im Rücken, die sie festnehmen wollen. Glücklicherweise kommt Prinz John mit Gefolge hinzu. Der Prinz ist weniger von Lotta und ihrer seltsam anmutenden Erscheinung fasziniert als von der schmucklosen Konstruktion an ihrem Handgelenk. In des Prinzen unnachahmlicher Art konfisziert er Lottas Armbanduhr. Da hilft auch kein Protest! Sein Wort ist Gesetz! Wieder nimmt die Geschichte eine glückliche Wendung. Robin Hood taucht auf. „Rettung in letzter Minute“. Mister Wood hat sich als Fuchs verkleidet, um für den Adel unerkannt zu bleiben. Wie da auf einmal Bewegung in den Hofstaat kommt. Herrlich! Prinz John nimmt beide Beine in die Hand und flüchtet mitsamt seiner Gefolgschaft vom Spielfeld. Kleine und große Zuschauer und Zuschauerinnen juchzen während sich die Verfolgungsjagd auf der Bühne abspielt. Den jungen Schauspielern gelingt es in dieser wie in jeder Szene des Stückes, den Figuren Leben einzuhauchen. Dabei hat Frau Leier die Rollen bestens besetzt und führt ausgesprochen einfühlsam Regie. Simon, Leonie, Luca und Cedric, sowie all die anderen Kinder spielen „was das Zeug“ hergibt. Kostüme, Frisuren und Schminke könnten nicht professioneller sein. Jeder Szenenwechsel wird durch die tüchtigen Bühnenarbeiter gesichert. Das Theaterspiel erlebt eine eindrucksvolle Bereicherung mit dem Instrumentalstück der Klasse 2 unter der Leitung von Frau Rössler, der Klassenlehrerin. Flöten, Xylophone und Boomwhackers kommen zum Einsatz. Man möchte allen Mitwirkenden unentwegt applaudieren!
Schreiend kommt Lotta zu sich. Wieder hat sie den Bezug zur Wirklichkeit verloren. Mama und Tante machen sich ernstlich Sorgen. Was ist nur mit dem Kind los? Lotta, unterdessen, braucht nur kurz, um die Orientierung wieder zu gewinnen. Die ersten Forge-Punkte sind ihr sicher. Diese dürfen keinesfalls verloren gehen. Dazu MUSS sie weitermachen. Das Spiel hat sie sicher im Griff. Wie im Sog wird Lotta in die nächste Szene gezogen.
Sie ist umstellt von Mapiya und Otekah, Mädchen aus einem Ureinwohnerstamm Amerikas. Fasziniert schaut Lotta dem Tanz der fünf Mädchen zu. Als Ayasha und Ominotago nach der Herkunft der weißen Squaw fragen, sind sie über deren Ahnungslosigkeit entsetzt. Dass „Lotta Maier“ keine Bedeutung haben soll, verstehen die Mädchen ganz und gar nicht. Nach der Auffassung der Ureinwohner zeigen Namen Bilder aus Gebeten und Träumen. Sie erzählen Geschichten des Stammes. Die Lage wird brenzlig für Lotta als der Häuptling auftaucht und sie zur Rede stellt. Man wird sie an den Marterpfahl stellen müssen, wenn sie nicht die Wahrheit spricht. Zu viele Antworten bleibt Lotta den Stammesangehörigen schuldig.
Um sich schlagend, erwacht Lotta wie aus einem bösen Traum. Wo ist sie? Was ist passiert? Der Weg zurück in die Wirklichkeit wird immer schwerer für Lotta.
Jetzt ist Schluss! Mama und Tante greifen durch. Eine halbe Stunde täglich zum Spielen an der Konsole muss reichen!
Wie gut, dass genau in DIESEM Augenblick Lottas Freundinnen an der Türe klingeln. Lotta ist erlöst: Freundinnen zum Anfassen! „Echte“ Freunde! Luft im Freien zum Atmen! Und Holz und Säge zum Werkeln! Gemeinsam wollen sie ein Lager bauen. Wie kann da „Forge of Empires“ mithalten!? Endlich punktet das „echte“ Leben! Nicht nur bei Lotta….
Spiele im Freien sind auf dem Sportplatz in Dürnau aufgebaut. Eifrig betreuen die Schulklassen ihre Gäste an den jeweiligen Standorten. Der Elternbeirat unter der Leitung von Frau Freitag hat Essen und Getränke besorgt und lädt zum gemütlichen Hock auf dem Schulhof ein.  Wunderbar, wie das Wetter sein Übriges dazu tut! Es bleibt warm und trocken bis in die Nacht hinein. Geplauder, Lachen und das Spielen der Kinder wollen an diesem Tag kein Ende finden.
Auf dem Nachhauseweg kommt mir das Lied der Schulkinder in den Sinn: „Sommerzeit…und auf einmal ist es soweit.“ „Ja!“, denke ich, “so ist das, wenn man mitten drin ist im Sommer und das Leben sich „echt“ anfühlt!“
 
Text: Johanna Sänger   Foto: Michael Nick

Schülerinnen und Schüler der Theater-AG 2019
Schülerinnen und Schüler der Theater-AG 2019

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